Maibaum

Eine alte Sitte in der Eifel und im Rheinland ist es am Vorabend zum 1. Mai einen Maibaum aufzustellen. Die örtlichen Überlieferungen und Gepflogenheiten sind von Dorf zu Dorf unterschiedlich.

 

Die Gemeinde stellt den Jugendlichen einen Baumstamm zur Verfügung, dessen Rinde abgeschält ist. An der Spitze wird dann eine Tannenkrone befestigt, die von den "Neulingen", welche zum ersten Mal mit der Jugendgruppe feiern, mit bunten Bändern geschmückt. Ebenfalls binden diese einen Kranz, den sie auch verschönern und am Baum befestigen.

 

Früher mussten die Jugendlichen, welche zum ersten Mal den Maibaum mit aufstellen durften, in der Woche vorher ein Erdloch mit einer Tiefe von rund 2,00 m ausheben, damit der Baum nicht umfallen konnte.

 

Nachdem der Maibaum gerade und stolz über das Dorf ragt, fängt für die Jugendlichen das Feiern an, das bis in den Tag des 1. Mai andauert. Um Mitternacht wird dann den Neulingen, im Ortsteil Dreis, die „Kässchmerr“ gereicht. Nach dem vollständigen Verzehr sind die Jugendlichen in der Jugendgruppe aufgenommen.

 

Abwechselnd halten die Jugendlichen Baumwache, da es mancherorts Brauchtum war, in der Nachbargemeinde den Maibaum abzuschneiden, was im Jahr 2008 auch in Dreis passierte. Dies geschah jedoch einen Tag nach dem Maifeiertag, sodass dieser "Spaß" nichts mehr mit der sogenannten Hexennacht zu tun hatte

 

Nach Mitternacht ziehen die Jugendlichen dann durch das Dorf und treiben Schabernack und spielen Streiche, wie z.B. Gartentüren aushängen, Blumentöpfe umstellen, Holzstapel umwerfen, Schubkarren und Ackerwagen werden in die Dorfmitte gefahren, wo sie die Eigentümer am nächsten Morgen wieder aufsammeln. Insgesamt handelt es sich um einen Brauch, der zur Freude und Belustigung des gesamten Dorfes beiträgt.

 

Übernommen wurde das Aufstellen des Maibaumes auch von den Freiern, welche sich in unserem Ort eine Braut ausgesucht haben und ihr damit ihre innige Zuneigung beweisen möchten. Hierfür verwenden die Freier einen jungen Birkenbaum, schmücken ihn mit bunten Bändern und befestigen ihn an der Giebelwand des Wohnhauses der Braut.

 

 

 

letzte Aktualisierung
vom 03.09.2010

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